Das Wappen der Niederlausitz, der rote Ochse auf weißem Grund
Der rote Stier auf weißem Grund, das Wappentier der Niederlausitz
letzte Aktualisierung: 23.01.05

Die Familie Miethe (Miete) aus dem Raum um Kossenblatt, Ahrensdorf, Glienicke, Görsdorf, und Lindenberg im Kreis Beeskow 



Mir ist es gelungen unseren Namen und unsere Vorfahren, die ihn trugen, im Kirchenbuch von Ahrensdorf bis 1639 zurückzuverfolgen. In jenem Jahr heiratet der " Schmied Meister" Hanß Miete " seine Braut Uhrsula des Schmiedes nachgelassene Witwe" . Unser " Schmied Meister" wird im Kirchenbuch als Miete geführt. Sein Sohn Barthel heißt jedoch schon Miethe als er 1661 seine Braut Margaretha (letztere noch einnamig) heiratet. Der Enkel unseres Hanß erscheint im Kirchenbuch einmal als Miethe (1704) ein anderesmal als Miete (1710). Die Familiennamen sind zu jener Zeit in unserem Raum also noch nicht fest. Sie bleiben im Klang gleich, nicht im Buchstaben.
Im Klang gleich. Wie mag man zu jener Zeit, in diesem damals wendischen Raum, den Namen gesprochen haben?
Die Umgangssprache auf dem Dörfern der Niederlausitz war in jener fernen Zeit das Wendische. Dieses Wendische kennt nun aber, wie alle slawischen Sprachen, kein „langes i", kein deutsches ie. Diese Sprachen sprechen das ie eben als i und e. Im Sorbischen oder Wendischen gibt es dafür den Buchstaben ì der auch im wendischen Mìte erscheint. Mìte kann im Deutschen nun aber gar nicht anders geschrieben werden als Miete. Der Slawe mochte es weiter gesprochen haben wie bisher, die Buchstabenfolge läßt dies zu. Wenn der Deutsche sich heute bemüht die Buchstabenfolge auch beim ie zu sprechen, so zu sprechen, daß das i das e nicht übertönt, dann hat er in etwa den Klang des Namens aus jener Zeit.
Das slawische Mìte oder Mìt wird in der Niederlausitz zu jener Zeit häufiger gefunden. Der Pfarrer ließ es im Kirchenbuch zum deutschen Miete mutieren. Ihm blieb gar nichts anderes übrig, die Amtssprache war deutsch und der Name seiner Pfarrkinder mußte deutsch geschrieben werden. Später dann bemühte man sich " richtig" zu schreiben. Man wohnte damals nicht "zur Miete" sondern eben " zur Miethe" und das Mìt wollte, mußte vergessen sein. So kamen wir zu unserem schönen deutschen Familiennamen
Was aber bedeutete der Name? Möglicherweise ist es die Kurzform des altslawischen Vornamens Mieczislaw. Das liegt vom Klang her nahe. Miet ist schneller und leichter gerufen als das umständliche Mieczislaw. Man kann den Namen aber auch vom niedersorbischen "zmiet" ableiten, was soviel wie zusammengewehtes oder hergewehtes bedeuten würde. Also auf einen Menschen zielt, den es von irgendwo "hergeweht" hat. Oder aber auf jemanden deutet, welcher einen Acker besitzt der vom Sande verweht ist, bzw. dessen Besitz " verweht" ist.
Ist es so auch wirkilich gewesen? Wahrscheinlich. Alles deutet darauf hin. Mir erscheint die Herleitung vom Vornamen Mieczislaw am plausibelsten.

Nähert man sich in den Kirchenbüchern unseres Raumes dem 17. Jahrhundert, dann beginnt, die Zeit der Einnamigkeit. Immer mehr Eintragungen erscheinen nur noch mit dem Vornamen. Wie z.B.: 14.03.1691 "Wurde des Schmiedes allhier eine Tochter Elisabeth geboren" (KB für Görsdorf, Giesensdorf und Premsdorf). Damit hört dann alle Zuordnungsmöglichkeit auf. Weder kann erkannt werden um welchen Schmied es sich handelte, noch wo er wohnte. Die Mutter der Elisabeth bleibt gleich völlig im Dunkel. Der Faden, an welchem man sich entlanghangelte ist gerissen, die Forschungsmöglichkeit hat ihr Ende gefunden.
Sodann ist es auch so, daß die Vornamen der Leute (bis etwa 1830) offensichtlich nicht immer fest waren. Man wurde geboren als Gottlieb, und man starb als Gottfried, möglicherweise heiratete man noch unter einem anderen Vornamen. Personalausweise gab es nicht. Die Sprache des Raumes war das Wendische. Der deutsche Name bereitete mit seinem fremden Klang der wendischen Zunge Schwierigkeiten, war möglicherweise auch ungeliebt. Ganz gewiß war daher der Vorname der im täglichen Umgang gebraucht wurde oftmals nicht identisch mit dem im Taufregister der Kirche eingetragenen, der demzufolge bald in Vergessenheit geriet. Gehäuft ist dies bei den Unterschichten zu vermuten. Man trifft dergleichen bei den Studien. Nach Vater und Mutter, sowie nach Geburtszeit kann die Dorothea die da heiratete nur jene Anna Louise sein die im Geburtsregister eingetragen ist. Auch das bereitet Schwierigkeiten und bringt Unsicherheiten mit sich. Man sucht Dorothea Schrobback und kann nur eine Anna Sophie finden, die schließlich doch unsere Dorothea ist.
Diese Schwierigkeit ergeben sich auch mit den Standesbezeichnungen. Sie finden in den KB vor  1850  immer lückenhafter Erwähnung. Hören schließlich gänzlich auf, wenn man von herausgehobenen Personen wie z.B. den Schulzen oder Tätigkeiten, wie der des Schmiedes absieht.
Und als letztes dies: Manch ein Pfarrer schrieb nur allzu liederlich, schmierte im wahrsten Sinne des Wortes. So ist im KB Görsdorf für die Mitte des 18. Jahrhunderts über etwa 15 Jahre beim besten Willen kaum etwas zu entziffern.
Schließlich werden die Eintragungen gegen Anfang des 18. Jahrhunderts auch noch lückenhaft. Man nahm es nicht so genau. Im KB Wulfersdorf (Eintragungen für Giesensdorf, Görsdorf und Premsdorf) sind z.B. für die Jahre 1718 bis 1720 keine Copulationen (Heiraten) eingetragen. Es ist völlig unglaubwürdig, daß in jenen Jahren keine erfolgt sind. Der Pfarrer hat sie nur nicht eingetragen. Das legt dann auch nahe, daß man es mit den anderen Eintragungen ebenfalls nicht allzu genau nahm. Und dann noch ein Letztes. Der siebenjährige Krieg (1756-1763), dessen Verwüstungen gerade für unseren Raum mit denen des 30 jährigen verglichen wurden, hinterließ seine Spuren auch in den Kirchenbüchern. Zerstörte Seiten und fehlende Eintragungen ...... .
26.03.98

 Ahnenliste nach Kekule

Die vorliegende Ahnenliste ist bezogen auf Friedrich Wilhelm Miethe, b in Cossenblatt bei Beeskow am 07.12.1909. Im System der Liste erhielt er danach die Ziffer 1. Entsprechend dem Kekule-System erhielt sein Vater die Ziffer 2 und seine Mutter, welche die Familienlinie Herzog einbringt, die Ziffer (2+1)=3. Der Großvater väterlicherseits ist in der Liste unter der Ziffer (2+2)=4 zu finden. Die Großmutter unter 4+1=5. Der Großvater mütterlicherseits findet sich unter der Ziffer (3+3)=6 und die Großmutter unter 7 (nämlich (6+1)).
Jede Frau, die in die Sippe tritt eröffnet eine neue Familie in der Ahnenliste und erscheint in dieser mit einer ungeraden Ziffer. Die Reihenfolge in welcher die Familien in der Liste erscheinen ist durch das Alphabet bestimmt. Brüder und Schwestern der Ahnen erscheinen mit dem Zusatz a; b; usw zur so gewonnenen Ordungszahl des Systems (zB 18a Johann Gottfried (Bauer), Bruder von 18 Matthes (Bauer). Die Geschwister sind unvollständig erfaßt, nur angeführt, wenn zufällig gefunden.
Auf diese Weise ist eine übersichtliche Gliederung geschaffen, die nach kurzer Einarbeitung in das System eine schnelle Orientierung in der Sippe erlaubt.

 Und Hier geht es zur Ahnenliste

Nachricht an Detlef Miethe 04936 Schlieben; Bergstraße 7; 
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